Große Größen

Es ist ein leidiges Thema, trägt man eine Kleidergröße bis 44/46, hat man in den Meisten Fällen Glück in Geschäften die „normale“ Größen führen. Man kann sowohl dort, als auch in der Plus-Size-Abteilung einkaufen. Ist man aber etwas molliger und auf größere Größen angewiesen, wird es schon etwas schwieriger. Plus-Size ist zwar in aller Munde und immer mehr Curvy Modells werden berühmt, aber die Realität sieht doch etwas anders aus.

Diskriminierung von Dicken?

Einfach nur unverständlich! Einerseits hört man, gerade aktuell, von allen Seiten etwas von Gleichberechtigung und andererseits hört das Verständnis dafür beim Thema Mode für Dicke scheinbar auf. Ist es nicht so, dass wenn man nicht der Norm der Kleidungsproduzenten entspricht, immer Schwierigkeiten hat schicke Sachen zu finden? Ich meine damit nicht nur in die eine Richtung von großen Größen, sondern alles was nicht in die Standardgrößen passt. Natürlich haben viele Marken inzwischen die Initiative ergriffen und auch ein mehr oder weniger großes Plus-Size Angebot. Doch irgendwie ist damit den wenigsten Frauen geholfen, denn das Angebot ist trotzdem recht klein. Ich frage mich auch manchmal, wer diese Kleidungsstücke designt und ob sich gerade dieser Designer auch mal Gedanken zu dem Thema gemacht hat oder die Sachen gar selbst tragen würde?! So sah ich kürzlich bei einem Mode-Discounter ein Shirt von mäßiger Qualität, man weiß ja mittlerweile was man dort an Qualität bekommt oder eben nicht, in quer gestreift -so weit so gut – ABER mit einem riesen Aufdruck in Glitzer „Sail Away“. Also bezahlt man für ein, eigentlich im Ansatz ganz schickes Shirt, um dann mit einem zweideutigen Print auf der Brust herumzulaufen. Nun gut, das ist eine Discounterkette, die mir diesbezüglich immer wieder auffällt. Wenn die nicht die manchmal netten Dekoartikel im Angebot hätten, würde ich diese Geschäfte auch meiden. Aber so stolpere ich immer wieder über diese mehr oder weniger tollen Kleidungsstücke in großen Größen, denn nicht stöbern geht natürlich auch nicht und wer weiß, vielleicht ist doch mal etwas dabei.

Das gilt aber nicht für alle. Ich persönlich freue mich, dass ich z.B. bei H&M in den Geschäften auch mal nach Plus-Size-Mode stöbern kann. Die Auswahl ist zwar nicht groß, aber immerhin. Dort finde ich gut, dass es nicht gleich so teuer sein muss, etwas modernes und Schickes in großen Größen zu bekommen. Leider finden viele andere die Kleidungsstücke, die mir gefallen auch gut, so dass ich schon oft im Geschäft stand und es nicht mehr in meiner Größe zu haben war. Zum Glück gibt es ja den Onlineshop, da hat man dann manchmal noch Glück, das begehrte Teil in der richtigen Größe zu bekommen.

Natürlich findet man in vielen Innenstädten auch Geschäfte wie Ulla Poepken, da habe ich mit meiner Kleidergröße 44/46 aber eher mäßigen Erfolg. Es gibt schöne Sachen, aber irgendwie sitzen sie nicht so wie ich mir das wünschen würde. Das ist ohnehin so ein Ding, man steht mit der Konfektionsgröße zwischen den Stühlen. Standardkonfektionsgrößen passen zwar, sind aber eher für schlankere Mädels gemacht und sehen an etwas kurvigeren Frauen manchmal nicht aus. Ein riesen Problem sind auch immer die Waden bei Hosen, kalleng und nach einmal tragen geht schon die Naht an der Wade auseinander. Bei großen Größen habe ich dieses Problem weniger, dafür passen sie mir an den Knien nicht immer so gut und sind zu locker. Am liebsten kaufe ich mir Superstretchjeans, die sind ja schon irgendwie wie Leggings, aber eben aus dünnem Denim. Aber das ist noch ein ganz anderes Thema.

Online oder Innenstadt

Onlineshopping macht Spaß, fast genau so viel wie ein Stadtbummel – wenn man das nötige Kleingeld hat. Ich persönlich bevorzuge aber die Marken oder Hersteller erst einmal „persönlich kennenzulernen“, um einen Eindruck von der Qualität zu bekommen und zu sehen wie die Größen ausfallen. Ich bin da ganz strikt, wenn mir die Qualität nicht zusagt, kaufe ich auch nichts. Diese Shops werden dann für mich ausgeblendet und auch gar nicht mehr in Betracht gezogen, so schön manche Kleider auch aussehen mögen.

Wenn mir etwas aber gut gefällt, bestelle ich auch gerne Online. Das ist, wenn man einiges anprobieren möchte, auch gar nicht so schlecht. Zuhause kann man sich die Bestellung in Ruhe ansehen, anprobieren und entscheiden was man gerne behalten möchte. Im Geschäft, in den engen Umkleidekabinen mehr als ein Teil anzuprobieren ist für mich eine echte Katastrophe! Es kam nicht selten vor, dass ich mir dachte „ach das passt schon“ und zuhause dann eines Besseren belehrt wurde. Notiz an mich: Lieber in der Umkleide schwitzen, als später wieder umtauschen zu müssen.

Reine Onlineshops für Plus-Size Mode klingen natürlich auch interessant, bestellt habe ich dort auch schon mal. War nicht enttäuscht und wenn man etwas spezielles wie ein Kleid für eine Hochzeitsfeier sucht, auf jeden Fall Empfehlenswert.

Müssen große Größen immer teuer sein?

Da wären wir wieder beim Thema Diskriminierung. Nicht nur, dass die Auswahl unterm Strich mit wenigen Ausnahmen recht mau ist, vieles ist auch einfach sündhaft teuer.

Für ein Basic-Shirt bin ich gerne bereit den ein oder anderen Euro mehr zu bezahlen, schließlich hat man da ja länger etwas von. Bei einem modernen Rock, von dem ich weiß das ich ihn nur diesen einen Sommer tragen werde, sehe ich das absolut nicht ein. Wenn ich dann in der Abteilung für große Größen stehe und zu den „Normalos“ rüber schaue, dort ein ähnlicher Rock um einiges günstiger ist, macht es mich einfach nur traurig. Klar, ich verstehe das mehr Stoff gleich mehr Material und das gleich teurere Produktion ist. Aber trotzdem sehe ich es in genau diesem Moment als Diskriminierung von Dicken an. Meist verleitet mich dann gerade das zum Kauf, so suspekt das auch klingt, ich denke mir dann „Wenn die können, kann ich auch“.

Wie ist das bei euch? Wo kauft ihr lieber ein?